Bildende Kunst

 

Liste der Fachlehrer:

Frau Eberlein-Svensson
Frau Erbe
Frau Quint
Frau Salomon
Frau Mutschler
Herr Ecarnot
Herr Räth

 

Die Bedeutung des Fachs Bildende Kunst für die Lebenspraxis der Schülerinnen und Schüler:

Im späteren Leben der Schülerinnen und Schüler ist die Fähigkeit Dinge zu visualisieren, sei es per Handzeichnung oder über eine Computergrafik, nicht allein in den typischen gestalterischen Berufen gefragt. Gedanken in Bilder zu kleiden und das Verständnis der Menschen für Inhalte über klare grafische Oberflächen zu leiten, findet bereits heute Eingang in alle Berufssparten, in denen entwickelt und kommuniziert wird.

Alle Berufe im Bereich Design und Medien (Produktdesign, Printdesign, Webdesign, Mediendesign, Medienwirtschaft), im Bereich Architektur, Innenarchitektur und Stadt- und Umweltplanung sowie alle mit visuellen Planungsstufen verbundenen Ingenieursberufe profitieren unmittelbar vom Fach Kunst und seiner bildnerisch-praktischen Heranbildungsarbeit. Für die Belegung der Studiengänge Freie Kunst, Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Kunstwissenschaften ist ein vorangegangener Kunstunterricht nicht wegzudenken.

Gegenstand des Unterrichts im Fach Bildende Kunst ist die Ästhetische Bildung. Sie hat die Persönlichkeitsentfaltung in allen Dimensionen zum Ziel – sowohl in den produktiven wie in den rezeptiv-reflexiven Verhaltensdimensionen. Ästhetische Bildung fördert die individuelle Entfaltung und steht für die allseitige Bildung aller Kinder und Jugendlicher in einer immer stärker ästhetisch geprägten Kultur. Ästhetische Bildung leistet einen Beitrag zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung, indem sie Gefühle, Intuition und Kreativität als untrennbare Bestandteile der "emotionalen Intelligenz" fördert, einer wichtigen Dimension der menschlichen Intelligenz. Sie erweitert das Verständnis von menschlicher Rationalität um den Bereich der anschaulichen Erkenntnis. Damit vergrößert sie die Zugriffsmöglichkeiten auf die Welt auch im Sinne des immer wieder geforderten vernetzten Denkens, ohne die Zugriffsweisen einzuschränken, die im Unterricht anderer Fächer eingeübt werden.

Bildnerische Praxis (Produktion)

Hauptinhalt des Faches Bildende Kunst ist die mit künstlerischen Mitteln gestaltende praktische Arbeit und deren gedankliche Durchdringung. Praktisches Arbeiten in klassisch-künstlerischen Techniken, in handwerklich und materialtechnisch orientierten Aufgaben oder im Einsatz neuer Medien umfasst stets eine Vielzahl wichtiger Kompetenzen: die Kompetenz zu komplexem vielschichtigen Denken und Handeln, zu ordnender und zielgerichteter Gestaltung, zum Ausdruck, zur Wahrnehmung von bildnerischen Wirkungen, zur Erfahrung und Tolerierung differenter Lösungen und zur Auslegung tiefer Sinnschichten. Die Schülerinnen und Schüler entwickeln im Unterricht in der Auseinandersetzung mit ästhetischen Problemstellungen unterschiedliche bildnerische Lösungen, die ein besseres Verständnis ihrer selbst und ihrer kulturellen Umwelt zum Ziel haben. Das Fach Bildende Kunst trägt einen wesentlichen Teil dazu bei, diese Äußerungen zu stärken und sichtbar zu machen.


Bildnerische Theorie (Rezeption)

Bei der theoretischen Auseinandersetzung mit historischen und modernen künstlerischen Werken im Rahmen kunstgeschichtlicher Betrachtungen im Unterricht, von Museumsexkursionen oder von eigenen Recherchen sind sorgfältiges Wahrnehmen und differenzierendes Erschließen von großer Bedeutung. Durch sie entwickelt sich die Kompetenz, Einzelheiten im Zusammenhang mit dem Ganzen zu sehen.

Der Umgang mit dem modernen, ästhetisch geprägten kulturellen Umfeld nimmt einen immer wichtigeren Platz im Rahmen des Kunstunterrichts ein. Zunehmend kommunizieren Menschen mit Bildformen statt mit Schrift oder Wort, und in jeder Sekunde unseres Lebens sind wir heute Bildern ausgesetzt, die auf uns Einfluss nehmen. Printmedien, elektronische und digitale Medien, das Design aller denkbaren Produkte oder die Architektur arbeiten mit Form-Codierungen, deren Botschaften oft nicht oder nur unterschwellig verstanden werden. So entwickelt sich das Fach Bildende Kunst zur „Bilderziehung“, in der neben der historischen Kunst auch die Bilderflut heutiger Tage thematisiert wird.


Der Unterricht in der Orientierungsstufe

Der Unterricht der Klassen 5 und 6 nutzt die in dieser Altersstufe hohe Bereitschaft der Schüler, aus der reinen Vorstellungskraft heraus komplexe Bildwerke zu erstellen. Die klassischen Gestaltungstechniken Malerei, Zeichnung und Plastik stehen hier im Vordergrund, die Arbeit mit textilem Material oder einfachen anderen Materialien in Collagen, Assemblagen oder im Modellbau sowie die Auseinandersetzung mit Bildfolgen (Comic) kommen hinzu. Jede bildnerische Aufgabe beinhaltet eine Problemstellung im formalen Bereich (Farb- und Forminszenierung) und/oder im Bereich des Inhaltlichen („was wird erzählt“, „wie wird es erzählt“). Die individuelle Lösung des bildnerischen Problems ist fest verzahnt mit ihrer Ausgestaltung.

Der Unterricht orientiert sich an der emotional geprägten Lebens- und Vorstellungswelt der Schülerinnen und Schüler. Im Lehrplan ist wie in den anderen Fächern der Einbezug verschiedener Erfahrungsbereiche wie „Familie“, „Tier“ oder „Freundschaft“ vorgesehen, die dem Schüler nahestehen. Ziel ist es, die bildnerischen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler zu erweitern und damit ihre Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Ausdrucksfähigkeiten zu steigern.


Der Unterricht in den Klassen der Sekundarstufe 1

Im Zentrum des Unterrichts der Klassen 7 und 9 steht der Einblick in den Verlauf und die Struktur gestalterischer und künstlerischer Arbeitsweisen. Der Unterricht orientiert sich dabei an dem stärker werdenden Bedürfnis der Schülerinnen und Schüler, ihrer Erfahrung von Wirklichkeit und ihres veränderten Körperbewusstseins eine gestaltete Form zu geben. Anhand des eigenen Schaffens sowie der erörternden Analyse von Objekten im Unterricht gewinnen die Schülerinnen und Schüler Verständnis für gestalterisch-künstlerische Arbeitsweisen und Prozesse. Ziel des Unterrichts in den Feldern Malerei, Druckgrafik, Zeichnerische Konstruktion ist, die Schülerinnen und Schüler mit den dem Bildwerk zugrunde liegenden Strukturen (Komposition, Farbkontrast, Farbklang, Formgewichtung, Durchdringung, Transparenz, Raum und Plastizität) vertraut zu machen.

Das Werken in konstruktiven Aufgabestellungen (z.B. zur Statik von Bauten) oder das Erstellen von Designs (CD-Cover, Plakat, Layout, Mode  oder Produkt) verfolgen die Auseinandersetzung mit jener Kunst, die im realen Lebensumfeld Anwendung findet.

In Klasse 10 tritt verstärkt kunstgeschichtlicher Unterricht neben die Praxis. Schwerpunkt eines kurzen kunstgeschichtlichen Überblicks mit besonderer Berücksichtigung der Entwicklung des Menschenbilds sind die Epochen der Antike (Ägypten, Griechenland, Rom).

 
Der Unterricht in der MSS

Im Grundfach wie im Leistungsfach Kunst sind praktisches Arbeiten und Theorie zu gleichen Anteilen vertreten. Die Theorie gliedert sich hierbei in Kunstgeschichte und in andere Kunstwissenschaften wie Wahrnehmungstheorie, Semiotik, Bildbetrachtung, Design-, Architektur- und Medientheorie und Kunstphilosophie. Während die Kunstgeschichte durchgehend unterrichtet wird, bilden die anderen Wissenschaften je nach Halbjahr und Jahrgangsstufe eine wechselnde Folge. Die Aufgaben des Praxisunterrichts lehnen sich eng an die Themenstellungen der Theoriebereiche an.

Medienraum Bildende Kunst

Seit dem Schuljahr 2006/07 steht den Schülerinnen und Schülernn ein zusätzlicher Medienraum für das Fach Bildende Kunst zur Verfügung, den man mit Recht als eine Besonderheit der Schule bezeichnen kann. Er ist mit 32 Computern ausgestattet, an denen nahezu alle Lerngruppen der Schule mit Einzelplätzen versorgt werden können. Fünf der Rechner sind zu digitalen Video-Schnittplätzen ausgebaut. Videokameras mit Stativen ergänzen das Angebot. Der Medienraum soll für das Erlernen und Verstehen ästhetisch-medialer Techniken genutzt werden, die im modernen Kunstunterricht eine zunehmend zentrale Bedeutung erlangen. Dazu gehören Lernfelder wie die digitale Bildbearbeitung über pixelorientierte Grafikprogramme, Bildmanipulation, Entwurf und Konstruktion in mathematisch-geometrischer Präzision mit vektorbasierten Zeichenprogrammen, Layout und visuelle Informationsvernetzung in Präsentationen, Webdesign und Desktop-Publishing, oder Bildfolgen-Organisation in Animation, Zeichentrick und Videoschnitt. Weiter soll durch die Verwendung des Computers und der Bewusstwerdung seiner Möglichkeiten in den Bereichen Ästhetik und Kommunikation versucht werden, ein medienkritisches Bewusstsein zu schaffen.

Siegfried Räth, Dez 2008