Das Fach Sozialkunde

Bedeutung

Im Fach Sozialkunde werden die Schülerinnen und Schüler auf das Leben in der Gesellschaft vorbereitet. Ziel ist es, die Jugendlichen zu mündigen und verantwortungsbewussten Menschen zu erziehen, die verstanden haben, wie gesellschaftliches Zusammenleben organisiert ist und die bereit sind, ihren Beitrag zu einer funktionierenden demokratischen Gemeinschaft zu leisten.

Im Fach Sozialkunde werden die Herausforderungen des 21. Jahrhunderts in besonderer Weise thematisiert. Seien es die Auswirkungen von Globalisierung und internationaler Finanzkrise, die Umgestaltung des Sozialstaates, die Bedrohung durch den internationalen Terrorismus oder das Problem der Erderwärmung: In vielen Bereichen werden die Erwachsenen von morgen sowohl Wissen als auch Handlungskompetenz beweisen müssen.

 

Sozialkunde an der hbf/is

Sozialkunde wird in der hbf/is momentan in der Jahrgangsstufe 9 zweistündig und in der Jahrgangsstufe 10 einstündig unterrichtet.

In der Oberstufe kann Sozialkunde als Leistungskurs fortgesetzt werden. In diesem Fall ist das Schwerpunkfach Sozialkunde mit 4 Wochenstunden ausgestattet und wird von einem zweistündigen Beifach (aufeinanderfolgend Geschichte und Erdkunde) begleitet. Wird Gemeinschaftskunde als Grundkurs gewählt, findet Sozialkunde zweistündig in den Halbjahren 11/1, 11/2 und 12/1 statt.


Inhalte und Methoden in der Sekundarstufe I

In den Jahrgangsstufen 9 und 10 umfasst das Fach Sozialkunde folgende Themenbereiche:

  • Zusammenleben in Familie, Freundeskreis und Schule
  • Politik in der Gemeinde und im Bundesland Rheinland-Pfalz
  • Umgang mit Massenmedien
  • Jugend und Wirtschaft sowie Wirtschaft und Umwelt
  • Recht und Rechtsprechung
  • Die politische Ordnung der Bundesrepublik Deutschland
  • Bedeutung und Funktion der Europäischen Union
  • Internationale Organisationen und die Aufgabe der Friedenssicherung

Wie man erkennen kann, beginnt der Sozialkundeunterricht – thematisch gesehen – im sozialen Nahbereich der Jugendlichen (Familie, Freunde, Schule), um dann immer weitere Kreise zu ziehen, bis schließlich die internationale Ebene erreicht ist. So erhalten die Schülerinnen und Schüler in nur zwei Jahren einen Überblick über alle wichtigen Politikfelder.

In der Sekundarstufe I wird Handlungsorientierung und Methodenvielfalt groß geschrieben. Das Beherrschen verschiedener Arbeitsmethoden hilft nicht nur beim Verständnis von Unterrichtsinhalten, sondern stattet die Schüler auch mit Kompetenzen aus, die im späteren Berufsleben wichtig sind. Im Folgenden eine Auswahl von Methoden, die im Sozialkunde unterricht vorgestellt und eingeübt werden:

  • im Bereich des simulativen Handelns: Rollenspiele, Planspiele, Pro-Kontra-Debatten
  • im Bereich des realen Handelns: Expertenbefragungen, Interviews, Erkundungen
  • im Bereich des Erlernens von Arbeitstechniken: Erstellen von Mindmaps, Analyse und Interpretation von Schaubildern und Karikaturen, Durchführung von Internetrecherchen
  • im Bereich der Präsentationen: Vorstellung von Ergebnissen aus Gruppenarbeiten (Folie, PowerPoint, Poster, ...), Kurzvorträge und Referate

Zur Aufgabe des Fachs Sozialkunde in der Jahrgangsstufe 10 gehört die Betreuung des Betriebspraktikums. Während im Fach Deutsch das Schreiben von Bewerbungen trainiert wird und die Besuche der Schüler an ihren Praktikumsstellen von allen in der Klasse unterrichtenden Lehrer durchgeführt werden, ist das Fach Sozialkunde für die Bewertung des anschließenden Praktikumsberichts zuständig. Umrahmt wird das Praktikum von einer Unterrichtsreihe zum Thema Berufsorientierung und Arbeitswelt.

 

Inhalte und Methoden in der Sekundarstufe II

In der Sekundarstufe II ist jedem Halbjahr ein Schwerpunktthemazugeordnet:

11/I:       Gesellschaft

11/II:      Wirtschaft

12/I+II:   Politische Ordnung

13/I:        Internationale Politik

Unter dem Schwerpunkt Gesellschaft in 11/I werden Themen wie demografischer Wandel, Reform des Sozialstaats, Informationsgesellschaft, Gleichberechtigung von Mann und Frau, Familienförderung und Ähnliches behandelt. Der Unterricht zum Schwerpunkt Wirtschaft in 11/II beleuchtet u.a. die Idee der sozialen Marktwirtschaft, die Aufgaben der Wirtschaftspolitik, das Problem der Arbeitslosigkeit, die Herausforderungen der Globalisierung und das Zusammenwirken von Ökonomie und Ökologie. Die Betrachtung der Politischen Ordnung in der Jahrgangsstufe 12 umfasst u.a. das Regierungssystem der Bundesrepublik Deutschland, den Ablauf und die Bedeutung von Wahlen sowie die Rolle der Parteien, den Gesetzgebungsprozess, die Reform des Föderalismus sowie das Kennenlernen verschiedenen Vertreter der politischen Theorie. In der Jahrgangsstufe 13 schließlich wird die Europäische Union bezüglich Geschichte, Funktion und neuerer Herausforderungen untersucht, es werden ausgehend von aktuellen Konflikte Organisationen der internationalen Zusammenarbeit vorgestellt (OSZE, UN, NATO etc.) und Möglichkeiten der Konfliktlösung diskutiert. Auch das Thema Globalisierung spielt wieder eine Rolle, diesmal allerdings unter dem Aspekt der gerechten Entwicklung für alle Länder der Erde.

Methodenvielfalt und Handlungsorientierung bleiben auch in der Sekundarstufe II wichtig. Rollenspiele, Debatten, Planspiele, Szenarios, Expertenbefragungen und Ähnliches haben ihren festen Platz im Sozialkundeunterricht. Hinzu kommt in der Oberstufe aber der Schwerpunkt der analytischen Textarbeit, die auch der Vorbereitung auf das Studium dient. Arbeitstechniken wie die Auswertung von Schaubildern und Statistiken, die Interpretation von Karikaturen und die richtige Präsentation eines Referats werden ebenfalls eingeübt.

Im Rahmen des Leistungskurses Sozialkunde besteht in der Jahrgangsstufe 12 die Möglichkeit, eine Facharbeit zu schreiben und sich auf diese Weise an das wissenschaftliche Arbeiten heranzutasten.

 

Besondere Aktivitäten und Projekte

Eine interessante Ergänzung erfährt der Sozialkundeunterricht durch Exkursionen und andere außerschulische Veranstaltungen. Im Rahmen der Unterrichtsreihe Recht besuchen viele Klassen eine Gerichtsverhandlung im Amts- oder Landgericht. Bei einem Besuch im Landtag können die Schüler in die Rolle der Abgeordneten der verschiedenen Parteien schlüpfen und Themen wie "Führerschein mit 16?", "Atomenergie ja oder nein?" oder "Wahlrecht mit 16?" diskutieren. Umgekehrt kommen Abgeordnete oder andere Experten in die Schule, um die Schüler über bestimmt Themen zu informieren und um mit ihnen zu diskutieren, beispielsweise am Tag des politischen Gesprächs oder im Rahmen der Aktion Europa in die Schule.

Weiterhin besteht die Möglichkeit an vielfältigen Wettbewerben teilzunehmen. So erstellte im letzten Jahr ein Grundkurs der Jahrgangsstufe 11 ein Video zum Thema "Generationenkrieg? Es geht auch anders: Jung und Alt im Jahr 2050". Aktuell arbeitet eine neunte Klasse an dem Wettbewerbsthema "Vorsicht und Rücksicht im digitalen Glashaus", das von der Landeszentrale für politische Bildung ausgeschrieben wurde.

In der Sekundarstufe II ermöglichen Betriebserkundungen bei Unternehmen wie Schott oder dem ZDF einen Einblick in die Arbeits- und Wirtschaftswelt. Sie werden ergänzt durch Projekte wie das Bankenspiel, bei dem die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Geschäftsführern einer Bank schlüpfen und betriebswirtschaftliche Entscheidungen treffen müssen.

 

Astrid Schneider